Neue Regeln beim Heizungstausch: Was Immobilieneigentümer jetzt wissen sollten
19.08.2026 – Wer eine Immobilie besitzt, vermietet oder verkaufen möchte, sollte die Wahl der Heizungsanlage heute nicht nur unter technischen Gesichtspunkten betrachten. Heizungsart, Energieeffizienz und zukünftige Betriebskosten können auch den Wert und die Vermarktbarkeit einer Immobilie beeinflussen.

Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) haben Immobilieneigentümer seit dem 29. Juli 2026 beim Austausch einer Heizung wieder mehr Wahlmöglichkeiten. Die bisherige pauschale Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien entfällt. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse- und Hybridlösungen können grundsätzlich auch neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.
Doch mehr Wahlfreiheit bedeutet nicht automatisch, dass jede zulässige Heizung für eine Immobilie langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist.
Gas- und Ölheizungen: Folgekosten unbedingt berücksichtigen
- ab 2029 mindestens 10 Prozent
- ab 2030 mindestens 15 Prozent
- ab 2035 mindestens 30 Prozent und
- ab 2040 mindestens 60 Prozent klimafreundliche Brennstoffe
Dazu können beispielsweise Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas und bestimmte Wasserstoffarten gehören.
Wie hoch die Preise solcher Brennstoffe zukünftig sein werden und wie gut sie regional verfügbar sein werden, lässt sich heute nur schwer abschätzen. Eigentümer sollten deshalb bei ihrer Entscheidung die Gesamtkosten über die voraussichtliche Nutzungsdauer der Heizungsanlage berücksichtigen.
Neben dem Kaufpreis gehören dazu insbesondere Energieverbrauch, Brennstoffkosten, Wartung und mögliche zukünftige CO₂-Kosten.
Besondere Bedeutung für Vermieter
Für Eigentümer vermieteter Immobilien ist die Entscheidung besonders relevant. Bei neu eingebauten fossilen Heizungen sieht das Gesetz zusätzliche Regelungen zur Verteilung bestimmter Kosten zwischen Mietern und Vermietern vor. Dazu gehören ab 2028 unter anderem CO₂-Kosten und bei Gasheizungen bestimmte Netzkosten.
Damit wird die Frage nach der passenden Heizung zunehmend auch zu einer wirtschaftlichen Entscheidung für Vermieter und Kapitalanleger.
Welche Heizung passt zu meiner Immobilie?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Vor einem Heizungstausch sollten unter anderem folgende Faktoren betrachtet werden:
Energetischer Zustand des Hauses: Wie gut sind Dach, Fassade und Fenster gedämmt?
Wärmebedarf: Wie viel Energie benötigt das Gebäude tatsächlich?
Heizflächen: Sind vorhandene Heizkörper oder eine Fußbodenheizung für eine Wärmepumpe geeignet?
Regionale Wärmeplanung: Ist perspektivisch ein Anschluss an ein Wärmenetz möglich?
Investitions- und Betriebskosten: Welche Lösung ist nicht nur heute, sondern über 15 oder 20 Jahre wirtschaftlich?
Fördermöglichkeiten: Welche staatlichen Förderprogramme können genutzt werden?
Idealerweise werden mindestens zwei technisch unterschiedliche Heizsysteme hinsichtlich Investitions-, Wartungs- und laufender Energiekosten miteinander verglichen.
Heizung und Energieeffizienz beeinflussen den Immobilienwert
Gerade beim Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung in Limburg und im Landkreis Limburg-Weilburg spielen energetischer Zustand und Heiztechnik eine immer wichtigere Rolle.
Kaufinteressenten achten heute stärker darauf, welche Modernisierungen bereits durchgeführt wurden und mit welchen Investitionen nach dem Kauf zu rechnen ist. Eine ältere Heizungsanlage bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Immobilie schlecht verkäuflich ist. Notwendige Modernisierungen sollten jedoch bei der professionellen Immobilienbewertung und der Festlegung eines realistischen Angebotspreises berücksichtigt werden.
Wer in den kommenden Jahren sein Haus in Limburg verkaufen möchte, sollte deshalb nicht vorschnell eine neue Heizungsanlage installieren. Je nach Immobilie kann es sinnvoll sein, zunächst zu prüfen, ob sich die Investition vor einem Verkauf tatsächlich rechnet.
Immobilienbewertung in Limburg: Modernisierung richtig einschätzen
Als Immobilienmakler und Sachverständiger für Immobilienbewertung in Limburg beschäftige ich mich regelmäßig mit der Frage, welchen Einfluss Zustand, Ausstattung, energetische Qualität und Modernisierungen auf den erzielbaren Immobilienpreis haben. Wenn Sie Fragen zum Thema Modernisierung, dem Einfluss auf den Wert einer Immobilie oder dem Gebäudemodernisierungsgesetz haben, dann kontaktieren Sie uns gerne für eine unverbindliche, persönliche Beratung.
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Über den Autor
Andreas Baum – Immobilienmakler & Sachverständiger für Immobilienbewertung in Limburg
Andreas Baum ist Immobilienmakler und Sachverständiger für Immobilienbewertung bei RE/MAX Immobilien in Limburg. Er begleitet Eigentümer in Limburg und der Region professionell beim Verkauf und der Bewertung von Immobilien.
Seine Schwerpunkte liegen in der fundierten Immobilienbewertung sowie der persönlichen Beratung und professionellen Vermarktung von Häusern, Wohnungen und Mehrfamilienhäusern.
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Andreas Baum | RE/MAX Immobilien in Limburg
Immobilienmakler & Sachverständiger für Immobilienbewertung
